Thomas Tatschl
Thomas Tatschl schreibt so wie ihm der "Schnabel gewachsen ist". Er dichtet und schreibt seine Werke in Aichberg im Lavanttal.

 

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Gedichte und Geschichten von Thomas Tatschl


 

Die Vev!

I wor a Bua, von kam fünf Johren, wia i im Wold drin bei mein Onkel wor.
(Thomas Tatschl)

I wor a Bua, von kam fünf Johren,
wia i im Wold drin bei mein Onkel wor.
Wir worn dahoam a etla Kinderlan,
so recht ane kloan Schronzen holt
und zwida, wia holt Kinda sind. Oft bold
do hot mi mei Großmuata afn Zügl gnoman.
Dos is mir für weiterhin recht guat bekommen.

Do wor donn bei uns seit longer Zeit

a recht a kamotes Weiberleut.
A weit verwond, i woas net mehr.
Ogstommt hots von Schiafling her,
Veva Münzer hot sie sie gschriebn,
is meist bei die Kloan im Haus gebliebn.
Hot gwoschen, olli gekampelt und gstriegelt,
olli recht gsunta aufgeziegelt.

Ols Schula Bua, es is schon long,
bin i in die Ochsen voraus gong.
Hom ma geackert drausen ban Roan,
mei guata Onkel und i aloan.
Do frog i gach ban rosten drauf:
"Du Onkel, lous du amol aweni auf!
Wia olt kinat sein, die Vev dahoam?"

Der loant se umi recht schean bakloan,
zünd recht kamot sei Pfeifn on und sog:
"Wia olt die Vev is host mi gfrog?
Jo mei Bua, dos konn i dir leida a net sogn,
am besten tuast sie selber frogn!
Schon mi hots glokt ols kloana Bua
unds gonze Gschwiestrach a dazua.
Hot gekocht und gschaut aufs gonze Haus
und ab und zua is sie a aufn Grund hinaus.

Hot epa kronk amol sich oans nieder glegt,
die Veva hot a jeds gepflegt.
Hots Kräutlach kennt, a jede Blüah ban Nom.
Wen heitswon gach wer war zan frogn,
die Vev hot ollewal wos gwießt zan sogn.
Die orman Leit dahoam im Holz
seint nia lar gongen: An Löffl Schmolz,
a Reindalie, a stötzli Mehl
und Gotlan; Bua jo meina Seel,
a zwanzge hots gnoman, jo meiner Seel
und hot an jeden wos, recht wor, geben.

Wos i mi so erinnern konn,
wors auf zur ersten Morgenstund.
Und wor a müad ihr Orbeitshond,
i hobs nia gsegan mit an Grant.
So hot sie gorbat Tog für Tog,
wor nia a Red von aner Klog,
hot mi auflockt die Muata.

Wenn du hiatz gfrogt host wia olt 
epa die Vev wohl war, vom Neunziger
wird wohl viel net fahln.
So Bua geah vor mia müaßma alln!"

Dos sege Johr es wor net weit
so um die Ollerhaling-zeit,
hot worm recht oft die Sun noch glocht
und olli Ehr den Hirbist gmocht,
sog do die Vev, gach noch dem Essn:
"Heit bin i müad", is eini gsessan
in ihra Stubn, is nieder glegn!
"Tuabs enk net Sorgen, es wird wieder wean.
A weani schlofen, aft is wieder guat,
wießts e wias olten Leuten tuat!"

Wia ma san hoam keman von baun,
bin i don gongan zu da Veva schaun.
"Du Veva du", so hon i gfrogt,
dö hot oba koa Wörtli gsog.
Is stüll doglegan, hot mi net kennt,
den Rosenkronz um boade Händ.
So is sie gong, in stiller Ruah,
für ollawal hoam, dem Herrgott zua.
So is sie gstorben. Ihr gonzes Leben
da Hoamat und der Orbeit geben.
Grot neunzig Jahrlan wor sie olt,
die Vev, dahoam, bei uns im Wold.


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Inhaltsverzeichnis:

  • Mei Hoamat im Lovanttol
    Im Lovanttol drinan, hübsch drobn auf der Höh, do liegt a liabs Ã−rtle, schaut obi ins Tol so schean.
  • Die Vev!
    I wor a Bua, von kam fünf Johren, wia i im Wold drin bei mein Onkel wor.
  • Die Bauernwelt
    Viel Stadtla glabn, auf einem Hof leben beklopfte neben die Schof.
  • Mei Computer Alexi!!!
    Do kimb kürzlich oh wie schön unser Bua der groaße, mit an Computer zwegen.