Wieso i schreiben tua
(Astrid Lippauer)
Mi frogn die Leit oft, wieso i tua schreiben,
i sogs enk glei, i liaßats oft gern bleibn,
is gor net so oft, doß i schreiben wüll,
oba mei Hirnkastle is holt so söltn lei stüll.
Oft lieg i so richtig kammot in mein Bett,
es passat rein olls und doch hob i mei Gfrett,
umatum is es schean leisla und stüll,
trotzdem muaß i aufsteahn, wal mei Kopf dos so wüll.
Sitz donn drin in da Kuchl, is schon mehr kolt,
vor mir an Zettl und an Bleistift, so sitz i donn holt,
und wort, wohin die Gedonkn varroasn,
schreib auf, in wos für a Richtung sie mi hoasn.
So kemmant meine Gedichtlan zomm,
amol sind sie kurz, oft amol long,
von lustige und traurige Sochn,
amol zan rearn, oft a zan lochn.
Muaß i deswegn a öfta schiach leidn,
tu nachtns aufsitzn und niedaschreibn,
hon i so heitswonn gschriebn gnua,
so gibt mei Schädl a wieda Ruah.
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Mei Rezept
(Astrid Lippauer)
So schnöll geht so a Johr dahin,
vül Glück und a vül Load steckt drin,
ob Kronkheit, Wetta, Schicksolsschlog,
oa Übarroschung bringt jeda Tog,
bleibst du dabei noch guat gelaunt,
so moncha Mensch die donn bestaunt,
wia konnst du noch guat aufglegt sein,
so herst sie sumpern, oft a schrein,
i wir euch mei Rezept varrotn,
do tuan die schlechtestn Tog guat grotn.
Begrüaß schean freundlich jedn neugn Tog,
er is a Geschenk, is gor koa Frog,
scheint gor die Sunn, konnst die schon gfreun,
brauchst a ban Regn net traurig sein,
is olls für wos guat, du muaßt es lei segn,
dos Guate unds Schlechte, die Sunn und da Regn.
Die Zfriednheit mochts, is gor koa Frog,
doß du die gfreust on jedn Tog,
nimms dir zu Herzn bei olle Sochn,
tua stattn Ärgan drüba lochn,
mit vül Geduld und mit Humor,
kummt jeda Tog dir schöna vor.
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Dos Glück is a Vogerl
(Astrid Lippauer)
Dos Glück is a Vogerl, fliagt amol her und amol hin,
hot jo Plotz im klanstn Kammalan drin,
moch auf deine Äuglan, holt offn dei Herz,
a kloans Stückle Glück mocht kloan jedn Schmerz.
Dos Glück is a Vogerl, fongs ein und holts fest,
donn sind in dein Leben Freud und Friedn deine Gäst,
bewirt sie glei guat und tua sie hoch ehrn,
sie tuan dir dafür die Donkborkeit lehrn.
Dos Glück is a Vogerl, is amol kloan, oft a groaß,
und gehst du amol auf die letzte Roas,
fliagts Vogerl donn furt, muaßt eahm donkbor sein,
brauchsts neahma festholtn, is aus mitn gfreun.
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Der rechte Lohn
(Astrid Lippauer)
Monch oana prohlt, schau, wia reich i bin,
olls wos i onpock, dos wird a Gewinn,
schean bin i, gsund bin i, hon haufnweis Göld,
wenns sein müaßat kafat i heit noch die Wölt.
So hörst oft wen prohln, nur tuat der vagessn,
amol wird mit an onderen Moßbandlan gmessn.
Do wird donn gach gfrogt, bist ehrlich a gwesn,
oda bist auf deine Ohrwaschln gsessn,
wenn die oana hot gfrogt um oa Stückle Brot.
Host gochtet die Erdn, die aufgongne Soot,
host dei Kroft eingsetzt für die ondarn zum Segn,
oda bist stott da Orbat auf da fauln Haut glegn?
Hortherzig host die schean eitl geputzt,
und ban hondln von die Orman den letztn Groschn obgschmutzt.
Kimmt donn amol die Zeit, wos mit dir geaht zan End,
steahst do vor dein Herrgott mit gonz laare Händ.
Reich bist wuhl gwordn, oba im Herzn schiach kolt,
ban End wird genau gwogn und bor ausgezohlt!
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