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Gedichte im KÄRNTNER DIALEKT




 

Unser Landle

Kärntner Wappen(Primus Lessiak)

D'r Herrgott håt glåcht,
wie er's Landle hat gmåcht,
håt si selber recht gwundert
über går so viel Pråcht.

Då seint Wiesn und Felder
und Wåld - weite Strich,
brave Leut, liabe Örtlan,
guate Ålbm, schians Viech.

Und mittn im Gårtn
zwa See, a feins Påår,
wie vom Herrgott die Augn,
so blau und so klår.

Und ringsum drei Hauptstädt,
dö seint wie drei Stern,
a neue, an ålte,
und ane kunt's wern.

Dö neue is Klågnfurt,
dö alte Sånkt Veit,
dö dritte is Villach,
wia das wåchst, is a Freid.

Dö ane is greaßer,
dö åndern mehr klan,
dö sege håt an Lindwurm,
dö åndern håmt kan.

Kennst wohl unser Wåppn?
Drei Löwn seint drin,
mit schreckliche Tåtzn
gehnt se dahin.

Weiß-rot unsre Fårbn,
wia gfreut si mei Herz,
weiß-rot blüaht d'r Hadn,
i riach schon den Sterz.

Und dås karntnerische Liad
is bekånnt die Welt aus,
und der is ka Karntner,
der nit singt und nit jauzt.

Wir håltn föst zsåmm,
unsere Klåmmern seint Ståhl.
D'r karntnerischn Håmat
bleib ma treu allemål.


···• wieda aufi •···

 

Dås Lebn is wia a Bamle

Christine Rainer(Christine Rainer)

Wånn i geh allan in Gårtn,
då werd mas klår,
dås Lebn is wia a Bamle,
a Bamle untan Jåhr.

Wånn dås Fruahjåhr kimmb daher,
seind vül Knospn am Bam.
Dege Knospn seind hålt,
wia a Kindle so klan.

Aus da Bliah wern Frücht,
wånna då is da Summa.
Vom Mensch dås beste Ålta
is a glei båld uma.

Reif seind im Hirbest die Frücht,
die Blätta farbalat schean.
Oft an Menschn tuan
grawlate Håår ausgehn.

Stanmiada geht es Bamle in Winta,
da Schnea deckts zua.
Nåcha legt sich a da Mensch
in sein Grablan zur Ruah.


···• wieda aufi •···


Miaß ma ålle amål Åbschied nehman

(Christine Rainer)

Miaß ma ålle amål Åbschied nehman,
wånn unsa letztes Stündle werd keman.
Wånns Herzle niama wül schlågn,
tuats die Seel in a åndas Lebn umetrågn.

Mi håt da Herrgott schon gruafn,
da Weg, der wår recht lång zan Suachn.
Vom Himml åba schau i eich zua,
wånn ihr mi begleitets zur letztn Ruah.

Brauchn eich net die Zachalan rinnan,
i bin jetz inmittn von Engalan drinnan.
Ihr werds mi imma bei eich håbn,
wånn ihr mei Büldle im Herzn tuats trågn.


···• wieda aufi •···

 

Es Bichlgeischandale

(Otto Bünker)

Es Bichlgeischandale, bugglet und klan,
tuat obn in da Öggartn Küehfuatta mahn.
Auf amål vadraht es Mandl sein Krågn,
valiert de Söngsn, greift aufn Mågn,
draht se um seina, wålgg üban Ran
und bleib aufn Wög untn liegn wiar a Stan.

De Bichlgeischnane steaht untn bei'n Herd
und håt von ålln nix gseachn und gheart.
Se füllt de Nudl, se richtet es Schmålz,
se schmeißt in de Suppn noch zwa Finga Sålz,
riaft nåcha draußn von Moschebirbam
zar Öggartn aufn es Andale ham,
riaft zwamål, riaft dreimål, riaft ålleweil mehr -
åba ka Andale kimmb heint daher!

Nåch ana Weile, es låt ihr ka Rueh,
tråchtet se aufn, da Öggartn zue.
Då siehg se es Andale, - mein Gott, der Schröck -
es bugglete Andale liegn in Dröck.
De Nane höbs auf, de Nane låts nieda
und nåcha riaft se und schreit se hålt wieda:
"Andale", schreit se, "wås is da dönn gscheachn?
I hån ja von alln nix gheart und nix gseachn!
"Andale", schreit se, "wia kimmst ma dönn vür?
Werst eppa dönne nit fortgeahn von mir?
Schaug dönne her", schreit se, "Ånda, mei Ånda,
håma jå ållwöng an Reim ghåb mitnånda!
Mein Gott, es Mandl lieg då wiar a Stan -
Wås wer i dönn eppa hiatz tuan gånz allan?"
Se rigglt und rigglt bei'n Mandlen und pleart:
"I hån jå von ålln nix gseachn und gheart!"

Auf amål höbs Andale ån zan schnaudn -
und z' gleich siehg de Nane hinta da Staudn
de lare Flåschn - und en Mandl sein Åtn!
"Du Luada, du bist üban Birnputza gråtn!"
De Bichlgeischnane werd schårf wiar a Laugn,
es Mandl reißt auf und måcht zue seine Augn!
"I hån's ja", so schreit se, " mei Löbtig lång gwißt,
dåß de a grausigs Schnåpsmandl bist!
Mein gånzn Birnputza sauft a mar aus -
Hiatz hån i ka Maulvoll Schnåps mehr in Haus!
Wånns Mandl tat hinwern, wia guat werds ma sein,
nix wiar an Unreim, tågaus und tågein!"
Dawischt noch a Låttn von Zaun in ihrn Zoarn:
Bua, hiatz es es Andale munta woarn!
"I bitt di", so trentschts, "mei Nanele, nit!
Hiatz nimm i wohl nia mehr an Birnputza mit!"

Aus sötane Gschichtn siehgst deutle und schean,
wia's dar oft kånn mit dein Weibalan geahn.
Liegst toata vor ihra: a Gschra und Geplear!
Åba löbst noch a bißl, reißt se 'n Zaunstöckn her!


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Die Antågsfliagn Sumsale

(Wilhelm Rudnigger)

Die Antogsfliagn Summsale-
es war a stromma Bua-
is heint aus ihrn Ei ausgschlupft
um fünfe in da Fruah.

Um sechse war das Summsale
ums Kindsein schon betrogn
und is um holba siebane
ins erste Lebm gflogn.

Um achte hat er`s Simmsale
auf anar Wiesn gsehgn-
und drei Sekundn späta war`s
ah um sei Ruah schon gschehgn!

"I hon di gern, solang i leb,
bis in die Ewigkeit !"
Das Simmsale hat olls geglabt,
es war a scheane Zeit!

Um holba neine war`s schon aus,
das Feuer obgebrennt-
die haße, ewiglange Liab
war ganz und gar ban End!

Um neine hat das Summsale
(grod in die bestn Joahrn)
bei ana ondan feschn Fliagn
das wahre Glück dafoahrn.

A ganze Stund warnd se valobt,
die Hochzeit war um zehn-
um elfe hat sei liabe Frau
es erschtemal Migrän!

Um zwölfe warnd die Kinda da,
und das bringt Müah und Pflicht!
Um ans plagt schon das Summsale
zan erschtnmal die Gicht.

Die Kindar wollnd alls bessa wissn
und machn murds a Gschra-
da Summsale liegt krank im Bett
gegn nochmittag um zwa!

Um halber dreie ungefähr
is dann der Dokta kemm,
der hat ihm a Orznei vaschriebm,
de müaßt er fleißig nehm.

Er hat`s a gnommen. Gholfen
hat`s eahm gar nix gegn die Plag-
er hat kaum noch an Atm kriagt
um dreie nochmittag.

Um viere is er aufboahrt worn,
so wollnd`s die altn Bräuch -
dann war er weck, da Summsale:
um fünfe war die Leich...

Was unserans in sechzig Joahrn
lei kaum dalebm kunnt,
hat so a Antogsfliegn dafoahrn
in dreizehn, vierzehn Stund...


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Dås Stinktier

(Wilhelm Rudnigger)

A Stinktier hot sein eiganan Gstonk
nit mehr vatrogn - Gott sein Donk!

Hiaz sieght ma, wia`s zan Greisla laaft
und sich a Kölnischwossa kaaft.

Es schmirbt sich hints ein und vurn
und is vor Freid gonz schwindlig wurn!

Daun laaft es haam, klopft lustig on.
Sei Frau macht auf, dariacht ihrn Monn,

schlaggt ihm vur da Nosn die Haustür zua
und schreit: "Låß mi lei schean in Ruah!

Lüft`di zerscht aus, mi graust vur deiner!
Mit sou an Gstonk kummst ma nit einar!"

Sehgt`s , so was konn ma oft dalebm -
dås Stinktier hot a Beispiel gebm:

Da scheanste Duft mocht monchn kronk,
wånn der sich gwöhnt hat af an Gstonk.


···• wieda aufi •···

 

A Mendsch ohne Låchn

(Wilhelm Rudnigger)

A Mendsch ohne Låchn
is a Sunn ohne Liacht
Konn ka Pflanzle aufwåxn ,
weil a jedes sich fürcht.

A Mendsch ohne Låchn
is a Schlåf ohne Tram.
Wia a Tür, wo wer onklopft
- und neambt is daham.

A Mendsch ohne Låchn
is a Ådr ohne Bluat.
A Herz, wo sich Schnee
drinnen aufhäufn tuat.

Is noch a so finstar:
A låchndes Gsicht
is wia a Sunn, de
hintarn Gwölk außabricht!


···• wieda aufi •···

 


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© E.Riedl
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