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Brauchtum aus dem Lavanttal (KÄRNTEN) ---> Weihnachten

Brauchtumseitn ---> Weihnachten


Roateln

Ein sehr alter und seltsamer Weihnachtsbrauch, der sich im Lavanttal und im Görtschitztal am längsten erhalten hat, war das Roateln (mittelhochdeutsch der Reitel, Band, Reif). Messer, Hacken Sägen, Sensen, Scheren und alles, was eine Schneide hat, wird vor Weihnachten geschärft und am Heiligen Abend unter den weißgedeckten Tisch gelegt. Ein Reinling nebst zwei brennenden Kerzen und eine Schale Weihwasser stehen darauf, der Tisch ist um die Füße mit eisernen Ketten umwunden und bleibt so bis zum Neujahrstag. In manchen Bauernhäusern werden zu den Schneidewerkzeugen noch die blank geputzten Pfannen und Schüsseln aus Metall gegeben. Dieser Brauch bringt angeblich der Bäuerin Glück und dem Bauern eine wohlgeratene Ernte. Es ist ein uralter Abwehr- und Bindezauber.

Rachn (Räuchern)

Das Rachn ist im Lavanttal noch sehr weit verbreitet, und wird heute wieder öfter eingesetzt. Dieser Brauch kommt aus der Zeit vor der Christianisierung, und wurde von den Christen in abgeänderter Form übernommen. Am Heiligabend, Silvesterabend und am Abend zum Dreikönigstag (Das sind die "Rauhnächte") nimmt der Bauer oder Hausherr einen "blechernen Eimer" und gibt in diesen glühende Kohlen. Auf diese Kohlen legt er dann Reste von einem geweihten Palmbuschen und streut zum Schluss noch Weihrauch darüber. Mit einem Deckel wird der Eimer soweit verschlossen, dass nur noch Rauch austritt. Nun geht der Bauer bzw. Hausherr, gefolgt von den übrigen Hausbewohnern, durch alle Räume des Hauses und des Wirtschaftsgebäudes und rund um das Feld.

Während die Prozession durch das Haus, den Stall und über den Hof geht wird Rosenkranz gebetet. Beendet wird das Rauchen meist in der Nähe der Hausgartens wobei der Eimer einfach hingestellt oder die Glut in Schnee gestülpt wird. Durch das Rauchen sollen von alters her böse Geister abgewehrt werden, heute bedeutet das eher Glück und Segen für Haus und Hof von Gott erbitten.

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Frisch und gsund schlågn

Dieser Brauch findet am 28. Dezember statt: "Der Tag der unschuldigen Kinder!" Früh am Morgen stehen die Kinder schon auf und gehen mit einer Rute in der Nachbarschaft von Haus zu Haus. Während dem Aufsagen eines kleinen Gedichtes werden die Erwachsenen mit der Rute "gewixt". Das soll den Menschen Glück und Gesundheit im kommenden Jahr bescheren. Als Dank bekommen die Kinder Süßigkeiten oder auch kleine Geldbeträge. Die Kinder müssen jedoch um 8:00 Uhr morgens wieder zuhause sein, ansonsten werden sie laut Überlieferung in den Ofen gesteckt.

Mancherorts nennt man das "Frisch und gsund schlågn" auch "biesln" und außerdem müssen die "Biesler" erst um 9:00 Uhr zuhause sein.

Das Gedicht:

Frisch und gsund
frisch und gsund
s'gånze Jahr gsund bleibm
nix klunzn und klågn
bis i wieda kum schlågn.

s' Christkindl auf'n Altår
mit die gekrausltn Håår
wünscht a guat's neugs Jåhr!


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