Brauchtumseitn ---> Hochzeit |
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HochzeitWenn sich zwei Menschen dazu entschließen gemeinsam durch das Leben zu gehen, gehört nach alter Sitte die Ehe einfach dazu. Die Hochzeitsfeier ist im Lavanttal sehr stark von christlichem Einfluß geprägt. Um Einblick in die Überlieferung der Hochzeitsgestaltung zu bekommen, habe ich hier ein Beispiel gewählt. Je nachdem, in welchem Ort das Brautpaar wohnt, verändern sich auch die Bräuche. Je nach Ort, wird es deshalb auch immer wieder Abweichungen geben. Wenn du die eine oder die andere Ergänzung einbringen möchtest, freue ich mich natürlich sehr, wenn du mir über mein Webformular eine Nachricht übermittelst. Nachdem ich hier Brauchtum aus dem Lavanttal und aus Kärnten dokumentiere, gehe ich auf aktuelle Trends der gemeinsamen Lebensführung von Paaren und Familien nicht ein. |
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EinladenZuallererst wird der Hochzeitstermin vom Brautpaar festgelegt. Im Anschluss darauf werden die Hochzeitsgäste vom Brautpaar (Brautvolk) persönlich eingeladen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, dass die Hochzeitsgäste vom Brautführer (Zeremonienmeister) der in diesem Fall als Hochzeitslader gilt, eingeladen werden. Dieser hat einen Hut auf, welcher mit einem breiten Band geschmückt ist. Oft hält er einen Stab, der mit einem Blumenbuschen und Bändern geschmückt ist. Nicht selten wird ein nettes Gedicht vorgetragen oder sogar ein kleines Liedchen gesungen. Diese Möglichkeit wird eher im oberen Lavanttal und auch in der Steiermark in Anspruch genommen. |
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PolterabendDer Polterabend bzw. Junggesellenabend wird heutzutage auch im Lavanttal sehr oft abgehalten. Für den Ursprung des Polterabends gibt es mehrere Erklärungen. Die alten Germanen wollten durch das Werfen von Scherben böse Geister vertreiben. Nach einem heidnischen Brauch, wurden den Göttern auf Tonscherben Opfergaben dargebracht. Im Lavanttal wird der Polterabend erst in neuerer Zeit gepflegt. Nach alter Überlieferung wurde nicht gepoltert. Der genaue Ablauf des Polterabends wird in Wikipedia beschrieben. |
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BekleidungNach altem Brauch, sollte die Braut etwas Neues, etwas Altes, etwas Geliehenes und etwas Blaues an ihrem schönsten Tag des Lebens tragen. Beispiele:
Bedeutungen:
Man darf hier nicht vergessen, dass früher, schon wegen der Erbfolge ein Sohn sehr willkommen war. Diesbezüglich hat sich die Einstellung der Paare heute grundlegend geändert. Die Farbe des Brautkleides wird meist weiß sein. Obwohl im Lavanttal auch sehr gerne "Trachtenhochzeiten" abgehalten werden. In diesem Fall wird das Brautkleid ein Trachtenkleid sein, welches aus verschiedenen Farben gewählt werden kann. Bei der Stoffwahl wird hier die Seide bevorzugt.
Ein Schleier, früher ein Zeichen der Jungfräulichkeit, wird nicht immer getragen. Im Lavanttal ist der Brautkranz üblich. Dieser wurde früher mit verschiedenen Blüten gebunden. Wichtig war dabei die Verwendung der Brautmyrte. Sehr gerne wurden auch die weiß blühenden Reben des Brautstrauches verwendet, welcher meist im Mai seine Blütezeit hat. Um Mitternacht wurde dann dieser Brautkranz "abgetanzt". Und in feierlichem Rahmen der Braut nun die "Haube" aufgesetzt. Diese Haube war reich mit Goldstickerei verziert, und durfte nur von verheirateten Frauen getragen werden. Von diesem Brauch stammt wohl der Spruch: "Unter die Haube kommen." Der Brautschuh wird sehr gerne mit gesammelten Münzen bezahlt. Die Münzen waren meist 10 Groschen Stücke. Seit der Währungsreform werden fleißig 10 Cent oder 5 Cent Münzen gesammelt. Nach altem Volksglauben bringt es Unglück, wenn der Bräutigam die Braut in ihrem Hochzeitskleid schon vor der Trauung sieht. Deshalb wird die Braut, den letzten Tag vor ihrer Hochzeit in ihrem Elternhaus verbringen. Am Morgen wird sie dann vom Brautführer oder auch von ihrem Trauzeugen (Beistand) abgeholt. |
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HochzeitstagSehr früh am Morgen, nicht selten bereits um 4 Uhr, kommen die Nachbarn und Freunde um die Braut zu wecken. Dies geschieht mit Böllerschüssen und Musik. Vor der eigentlichen Zeremonie wird die Braut vom Brautführer abgeholt. Der Bräutigam wird von seinem Beistand (Trauzeugen) abgeholt. Meist wird unmittelbar nach der standesamtlichen Trauung die Hochzeit in der Kirche abgehalten. Dazu versammeln sich die Hochzeitsgäste vor der Kirche. Die beiden Beistände gehen mit einer Flasche Wein und einem Reindling in den Pfarrhof und bitten den Pfarrer um die Durchführung der Hochzeitszeremonie. Die Trauzeugen und der Pfarrer kommen gemeinsam zur Kirche. Währenddessen ist es die Aufgabe des Brautführers, den Einzug in die Kirche zu organisieren. Die Aufstellung sieht so aus:
Der Einzug in die Kirche wird am Kirchentor unterbrochen, damit der Pfarrer die Ringe entgegennehmen kann. Neuerdings werden die Ringe auch gerne von einem Mädchen auf einem Polster in die Kirche getragen, wobei der Priester diese dann erst am Altar entgegennimmt. Nach der Messe, aber noch in der Kirche, wird oft ein Gedicht von Kindern vorgetragen. Üblich ist auch das „Gedicht einer Mutter“ welches dann von der Brautmutter vorgelesen wird. Jetzt wird der Priester den mitgebrachten Wein segnen, welcher dann mit dem Brautpaar getrunken wird. Man stoßt die Gläser zusammen und wünscht dem neu vermählten Paar Glück und Segen. Bei dieser Gelegenheit übergibt man der Braut das so genannte „Glücksgeld“ welches sie dann dezent in ihrer Tasche verschwinden lässt. Nicht selten finden sich bei dem Glücksgeld besondere Münzen, die dann gesammelt werden. |
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AbsperrenNach der Feier in der Kirche, fährt die Hochzeitsgesellschaft mit den schön geschmückten Autos in Richtung Hochzeitsmahl. Allen voran das Brautpaar, welches nun selbstverständlich gemeinsam im Auto, oder auch in einer Kutsche sitzt. Mit lautem Hupkonzert fährt die Kolonne beim Gasthaus vor. Auf dem Weg zwischen Kirche und Gaststätte, oft auch direkt vor dem Gasthof wartet schon eine Gruppe von Menschen die den ganzen Hochzeitszug aufhalten (absperren). Mit einem vorbereiteten kleinen Theaterstück, wird das Leben der Braut und des Bräutigams lustig aufbereitet. Nachdem die Beistände, in vielen Fällen auch die Hochzeitsgäste die „Maut“ bezahlt haben, geht es zur Tafel. |
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Mehr Info zum Brauchtum:Die wichtigsten Bräuche rund um Weihnachten... Die wichtigsten Bräuche rund um Ostern... Buchtipps zum Thema Brauchtum |
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© E.Riedl
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